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Gemeinsam stärker: Der KOBV – Der Behindertenverband für Wien, Niederösterreich und Burgenland feiert sein 80-jähriges Bestehen

Von Anfang an starke Stimme für die Rechte von Menschen mit Behinderungen

80 Jahre ist es her, seit der KOBV – Der Behindertenverband für Wien, Niederösterreich und Burgenland aus der Taufe gehoben wurde. Der erste Delegiertentag fand auf den Tag genau am 20. und 21. Juli 1946 statt. Mit mehr als 300 Delegierten aus 351 Ortsgruppen positionierte sich der Drei-Länder-Verband von Anfang an als starke Stimme der Kriegsopfer und seit 1975 auch für Menschen mit Behinderungen. Schwerpunkte der Verbandsarbeit sind nach wie vor Integration am Arbeitsmarkt, Rehabilitation und selbstbestimmtes Leben.

Wien, 20. Juli 2026 – Als der KOBV – Der Behindertenverband im Jahr 1946 gegründet wurde, lag das Land in Trümmern, tausende Kriegsopfer und ihre Angehörigen standen vor dem Nichts und hatten keine Stimme. Zwar gab es staatliche Unterstützungen. Für die Delegierten des Drei-Länder-Verbandes war aber von Anfang an klar, dass sinnstiftende Arbeit und selbstständige Existenzsicherung Vorrang vor einer Pensionierung bzw. staatlicher Versorgung haben mussten.

„Die Integration von Menschen mit Behinderungen am Arbeitsmarkt ist auch heute noch eines der Hauptanliegen des KOBV, der seit 1975 allen Menschen mit Behinderungen offensteht und aktuell rund 32.000 Mitglieder in Wien, Niederösterreich und Burgenland hat“, sagt Franz Groschan, seit 2023 Präsident des KOBV – Der Behindertenverband für Wien, Niederösterreich und Burgenland sowie des KOBV Österreich – Der Behindertenverband.

Tabakmonopol gibt Menschen mit Behinderungen wirtschaftliche Sicherheit

Damals wie heute spielen Trafiken eine zentrale Rolle bei der (Re-)Integration von Menschen mit Behinderungen am Arbeitsmarkt. Mit dem so genannten Tabakpatent legte Kaiser Josef II. im Jahr 1784 den Grundstein dafür, dass Menschen mit Behinderungen bei der Vergabe von Trafiken Vorrang haben. Bei der Bewerbung werden Interessierte vom KOBV-Trafikreferat unterstützt. Die KOBV Schulungs GmbH bereitet sie anschließend gemeinsam mit der Monopolverwaltung auf die Selbstständigkeit vor. „Die Übernahme einer Trafik bedeutet für Menschen mit Behinderungen berufliche Selbstständigkeit und ist ein Gewinn für alle“, betont Franz Groschan.

Integrativer Betrieb wienwork sorgt für mehr Chancen am Arbeitsmarkt

Inklusion bildet auch den Dreh- und Angelpunkt des integrativen Betriebs wienwork, der zu 50 % im Eigentum des KOBV – Der Behindertenverband für Wien, Niederösterreich und Burgenland steht. Die Aufgabe von wienwork ist es, Arbeits- und Ausbildungsplätze für Menschen zu schaffen, die am Arbeitsmarkt aufgrund einer Behinderung, chronischen Erkrankung oder Langzeitarbeitslosigkeit benachteiligt sind. „Die Unterstützung von wienwork, einem Vorzeigebetrieb für Inklusion, ist für uns ein zentrales Anliegen und tief in unserer Geschichte verankert“, hebt Groschan die Wichtigkeit der gemeinsamen Bemühungen um eine inklusive Arbeitswelt hervor.

Qualitativ hochwertige Rehabilitation in St. Andrä am Zicksee

Untrennbar verbunden mit der Geschichte des Verbands ist das Orthopädische Klinikum SKA Zicksee, 1968 vom damaligen Bundespräsidenten Franz Jonas als Kur- und Erholungszentrum in St. Andrä am Zicksee eröffnet. „Speziell amputierte Kriegsbeschädigte hatten ein steigendes Bedürfnis nach Erholung und Rehabilitation“, erklärt KOBV-Präsident Franz Groschan, „der Schwerpunkt lag daher von Anfang an auf der Behandlung orthopädischer Beschwerden bei Amputierten, auf Mobilisierung und auf Reintegration in den Alltag.“ Mit der Öffnung der SKA Zicksee für alle Patientinnen und Patienten der Sozialversicherungen im Jahr 1971 änderten sich die medizinischen Herausforderungen, was sich auch in der Weiterentwicklung des Therapieangebots niederschlug.

Das hochspezialisierte ärztliche Team des vom KOBV – Der Behindertenverband getragenen Orthopädischen Klinikums SKA Zicksee mit 140 Patient:innenbetten verfügt über Zusatzausbildungen unter anderem in Schmerztherapie, Sportmedizin und Akupunktur. Die Schnittstelle zwischen Medizin und Therapie bilden diplomierte Gesundheits- und Krankenpflegerinnen und -pfleger, bei verzögerter Wundheilung kommt ein spezialisiertes Wundmanagementteam zum Einsatz, und im Trainingsraum Prothetik steht das Neuerlernen der Mobilität nach einer Amputation im Mittelpunkt.

„Mit unseren hochqualitativen Therapieangeboten und unserer Unterstützung im Bereich der prothetischen Versorgung möchten wir unseren Patientinnen und Patienten eine eigenständige Lebensführung mit hoher Lebensqualität ermöglichen“, betont Franz Groschan.

2.000 Ehrenamtliche: starkes Rückgrat der Vereinsarbeit

Das Rückgrat der Verbandsarbeit sind rund 2.000 ehrenamtliche Funktionärinnen und Funktionäre, die sich unermüdlich in Bezirks- und Ortsgruppen engagieren. Sie betreuen Menschen mit Behinderungen vor Ort, bieten regionale Sprechtage bzw. Sprechstunden an, organisieren Charity-Events und gemeinsame Freizeitaktivitäten und sorgen dafür, dass die Anliegen von Menschen mit Behinderungen auf Gemeindeebene Gehör finden. Die ehrenamtliche Arbeit der Funktionärinnen und Funktionäre sei daher auch von unschätzbarem Wert für Inklusion, betont der KOBV-Präsident.

220 Hauptamtliche: wichtiger Motor des Verbandes

Das 80-jährige Bestehen ist insbesondere auch das Ergebnis der täglichen Arbeit des hauptamtlichen Teams. Aktuell leisten 220 Hauptamtliche in der Verbandszentrale in Wien und im Orthopädischen Klinikum SKA Zicksee im Burgenland tagtäglich einen wichtigen Beitrag dafür, dass der KOBV – Der Behindertenverband seine Aufgaben erfüllen kann. Mit großer Fachkompetenz, Professionalität und Herzblut sind sie für Menschen mit Behinderungen, Mitglieder sowie Patientinnen und Patienten da. „Unser besonderer Dank gilt dem aktuellen hauptamtlichen Team für seinen täglichen Einsatz, aber auch allen jenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die den KOBV – Der Behindertenverband in den vergangenen 80 Jahren mit Leben erfüllt haben“, so Präsident Groschan.

„Unser Motto ist ‚Wir bewegen‘, unsere Verbandszeitung trägt den Titel ‚KOBV – Gemeinsam stärker‘. Das sind Grundsätze, nach denen wir handeln und leben, und das ist es, was den KOBV seit 80 Jahren ausmacht“, fasst Franz Groschan abschließend das Wesen des 3-Länder-Verbands zusammen.

Über den KOBV:

Der KOBV – Der Behindertenverband Wien, Niederösterreich und Burgenland setzt sich seit 1946 für die Rechte und die gesellschaftliche Teilhabe von Menschen mit Behinderungen ein. Unser Ziel ist eine barrierefreie, inklusive und sozial gerechte Gesellschaft für alle.

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