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Ehrenamt: Was zählt, ist der persönliche Kontakt

Ehrenamtliche sind seit 80 Jahren das starke Herz des KOBV – Der Behindertenverband für Wien, Niederösterreich und Burgenland. Aktuell sind rund 2.000 Funktionärinnen und Funktionäre täglich im Einsatz. Wir holen drei von ihnen in unserer Interview-Reihe vor den Vorhang.

Porträtfoto eines Mannes mit sehr wenigen und sehr kurzen Haaren sowie einem kurzen Bart. Er trägt eine blaue, teils rahmenlose Brille.

Heute kommt Ernst Stejskal zu Wort. Er ist seit 2021 Obmann der Ortsgruppe Ritzing, seit 2023 hat er auch die Funktion des Obmanns der Bezirksarbeitsgemeinschaft Oberpullendorf inne.

Seine Motivation, sich ehrenamtlich zu betätigen, ist vor allem die zwischenmenschliche Ebene: „Der persönliche Kontakt zu unseren Mitgliedern ist mir ein besonderes Anliegen“, betont er, „ich nehme mir gerne Zeit, komme zu unseren Mitgliedern nach Hause, um Beratungen oder Anträge zu erledigen, oder auch einfach nur, um gemeinsam einen gemütlichen Kaffee zu trinken.“

Ortsgruppe gibt Halt

Die Ortsgruppe Ritzing sei es auch gewesen, die ihn damals zur Mitarbeit bewogen habe. „Die Ortsgruppe hat mir in einer schweren Lebenslage großen Halt gegeben“, erinnert er sich. Auch die kompetente Beratung der KOBV-Sozialrechtsabteilung habe ihn motiviert, selbst ehrenamtlich tätig zu werden.

„Ich denke, jeder von uns hat schon einen Bescheid von seinem Sozialversicherungsträger oder ein amtliches Schreiben erhalten, bei dem es nicht einfach war, den Sachverhalt richtig zu verstehen oder zeitgerecht Einspruch zu erheben“, fasst Ernst Stejskal eine von vielen Hürden zusammen, die sich Menschen mit Behinderungen in den Weg stellen, und weiter: „Gerade für Menschen mit Einschränkungen oder besonderen Bedürfnissen ist es mir wichtig, Hilfestellung zu leisten.“

Rechte für Menschen mit Behinderungen sind keine Almosen

Auch für ihn ist es immer etwas Besonderes, wenn er gemeinsam mit seinem Team etwas erreichen kann: „Da ist einfach dieses Leuchten in den Augen, wenn man eine Angelegenheit im Sinne eines Mitglieds positiv erledigen konnte. Ein Blick sagt dabei oft mehr als tausend Dankesworte.“ Auf nennenswerte Schwierigkeiten sei er während seiner Tätigkeit bislang nicht gestoßen. „Gelegentlich muss man höflich darauf hinweisen, dass Rechte für Menschen mit Behinderungen keine Almosen sind, sondern verfassungsrechtlich geschützt“, erzählt er, „aber uns stehen alle wichtigen Unterlagen für unsere Arbeit zur Verfügung.“

Fotocredit Titelbild: Pixabay/viarami