Stellungnahme des Präsidiums und der Geschäftsführung zur Schließung von Schloss Freiland
Liebe Mitglieder, liebe Funktionärinnen und Funktionäre,
sehr geehrte Gäste des Schloss Freilands!
Nach mehr als sieben Jahrzehnten im Dienst unserer Gemeinschaft wird Schloss Freiland mit 31. August 2025 seinen Betrieb einstellen. Diese Entscheidung wurde vom Vorstand des KOBV – Der Behindertenverband mit großem Bedauern, aber nach sorgfältiger und umfassender Abwägung aller Umstände getroffen. Wir haben uns die Entscheidung nicht leicht gemacht.
Lange, vielleicht auch zu lange – immerhin verbinden auch wir viele fröhliche Begegnungen, entstandene Lebensfreundschaften und seine tragweite Bedeutung für unseren Verband mit dieser wunderschönen Anlage – haben wir gerechnet und nach Möglichkeiten gesucht, diesen Schritt nicht tun zu müssen. Doch irgendwann gilt es auch für uns, der Realität ins Auge zu sehen – aus Verantwortung gegenüber den anderen wichtigen Leistungen, die wir für Menschen mit Behinderungen tragen wollen und müssen.
Was sich ändert
Mit der Schließung endet die Nutzung von Schloss Freiland als barrierefreier Erholungsort und Bildungshaus des KOBV – Der Behindertenverband. Veranstaltungen, Schulungen und Erholungsaufenthalte werden künftig nicht mehr an diesem Standort stattfinden.
Warum dieser Schritt notwendig wurde
Schloss Freiland war ein besonderer Ort – ein Ort des Miteinanders, der Erholung und der Inklusion. Doch die finanziellen und infrastrukturellen Herausforderungen sind in den letzten Jahren stetig gestiegen:
- Das Gebäude hätte eine umfassende technische und ästhetische Modernisierung benötigt.
- Die Energiekosten haben sich drastisch erhöht.
- Förderungen im Sozialbereich wurden reduziert.
- Die finanziellen Mittel des Verbandes reichen nicht aus, um einen wirtschaftlich tragbaren Weiterbetrieb sicherzustellen.
Der KOBV – Der Behindertenverband ist einer der wenigen Sozialverbände Österreichs, der bis zuletzt noch ein eigenes Haus betreiben konnte. Die Ära, Mitgliedern eigene Erholungsräume anbieten zu können, scheint für karitative Organisationen vorbei zu sein. Umso stärker haben wir uns bemüht, das Unsere zu erhalten.
Doch als gemeinnütziger Verband sind wir verpflichtet, verantwortungsvoll mit den uns anvertrauten Ressourcen umzugehen. In der aktuellen Förder- und Finanzierungslandschaft ist die langfristige Erhaltung eines eigenen Erholungshauses für unseren Verband nicht mehr realistisch.
Was bleibt
Wir sind uns der emotionalen Bedeutung von Schloss Freiland für viele unserer Mitglieder bewusst, weil wir gleichermaßen betroffen sind. Viele schöne Erinnerungen, langjährige Bindungen und persönliche Entwicklungsschritte sind mit diesem Ort verbunden. Diese Werte tragen wir weiter – in unseren künftigen Angeboten und im Umgang miteinander.
Wie es weitergeht
Das Präsidium prüft derzeit Möglichkeiten der Zusammenarbeit mit Partnerorganisationen, um auch künftig barrierefreie Erholungsangebote für unsere Mitglieder zugänglich zu machen. Parallel dazu setzen wir uns auf politischer Ebene für eine bessere finanzielle Ausstattung von Sozialverbänden ein, um Teilhabe auch in Zukunft gewährleisten zu können.
Unsere Haltung
Die Entscheidung zur Schließung ist Ausdruck unserer Verantwortung, die begrenzten Mittel dort einzusetzen, wo sie heute am meisten bewirken. Der KOBV bleibt ein verlässlicher Partner für Menschen mit Behinderungen – mit voller Kraft und einem klaren Ziel: Lebensqualität, Inklusion und Gerechtigkeit für alle.
Wir danken allen, die Schloss Freiland mit Leben erfüllt haben – unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, unseren Mitgliedern und allen Gästen, die über Jahrzehnte Teil dieser besonderen Gemeinschaft waren.
Das Präsidium des KOBV – Der Behindertenverband:
Präsident
Franz Groschan
Vizepräsident:innen
Georg Fitzthum
Helga Krupitza
Schriftführerin
Annelie Lechner
Kassier
Franz Maldet
Die Geschäftsführerinnen:
Dr.in Regina Baumgartl
Michaela Tenkrat